Charlotte Baumann-Hendriks

Geboren in Frankfurt am Main, ist die Urgroßnichte von Prof. Thomas Buscher. Der Geburtsort des Künstlers, Gamburg an der Tauber,  war ihr seit ihrer Jugend bekannt. Längere Zeit lebte und arbeitete sie in Wertheim am Main, ihr Studium absolvierte sie in Würzburg. Ihr Beruf führte sie u.a. nach Bayreuth, München und Bonn. 1997 begann sie, zunächst in Düsseldorf nach Spuren des Bruders Prof. Clemens Buscher, dem zweitjüngsten der Buscher-Brüder, zu suchen. Hierbei stieß sie auf die „Chronik der Buscher Brüder“ von Heinz Bischof und stellte fest, dass sie über Gamburg und Tauberbischofsheim hinaus alle Orte, in denen der Schriftsteller und Heimatforscher Buscher-Altäre ausfindig gemacht hatte, aus ihrer fränkischen und oberbayerischen Zeit kannte. Nachdem in Kempten im Allgäu ein weiterer Altar ihres Urgroßonkels durch Heinz Bischof identifiziert werden konnte, stand fest: das Werk des Thomas Buscher muß weitaus umfangreicher sein, als man es bislang wusste. Inzwischen in Berlin tätig, entdeckte sie, dass der Hochaltar in der Kirche der Salvator-Gemeinde in Berlin-Lichtenrade ebenfalls von Thomas Buscher ist. Nun begann in nahezu detektivischer Arbeit die weitere Nachforschung. Zum Glück war bei Frau Anne-Margret Krings im Rheinland, wo eine Tochter des Künstlers mit dem Maler Heinrich Wolff verheiratet gewesen war, umfangreiches Schrift- und Bildmaterial vorhanden. Anhand dessen und aufgrund Anfragen bei Diözesanarchiven, Heimatpflegern und Stadtarchivaren gelang ein Fund nach dem anderen, wobei Heinz Bischof kräftige Unterstützung leistete. So machte er die Immaculata von Thankirchen ausfindig. Die Jahre 2004 und 2005 brachten mit einer Fülle von Entdeckungen den Durchbruch. Die Vermutung über den Umfang der Buscherschen Produktion hatte sich bestätigt.  Noch jetzt harren verschiedene Werke der Zuordnung, aber 90% des Gesamtwerks scheinen aufgeklärt. Für die Urgroßnichte ist es eine große Herausforderung und Aufgabe, den Schatz, den Thomas Buscher hinterlassen hat, der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Adelheid Waschka

Die aus Hallstadt stammende Kunsthistorikerin, Archivarin und Chronistin wurde auf Thomas Buscher aufmerksam, als sie von drei Archivkollegen, aus Hallstadt, Coburg und Bamberg, auf die Forschungsarbeiten von Frau Charlotte Baumann-Hendriks aufmerksam wurde. War die Herkunft der Hallstadter Maria-mit-Kind-Darstellung, einer ehemaligen „Kriegsmadonna“ noch leicht zu rekonstruieren, da sich Adelheid Waschka während ihrer Publikation zum Hallstadter Kirchenführer mit der entsprechenden Quellenlage vertraut gemacht hatte, so waren die Recherchen zu der zunächst nach Coburg zugeordneten Kreuzigungsgruppe von 1902 in einer Heilig-Kreuz-Kapelle schon schwieriger. Kindheitserinnerungen – die Pfingstmontagsprozession der Neuseser Pfarrgemeinde auf die Kronacher Kreuzbergkapelle, Markung Marktrodach, – halfen auf die richtige Spur, und so konnten wir die Figuren auf dem Dachboden des dortigen Pfarrhauses wiederentdecken.

Buschers Werke faszinieren durch ihre Individualität. Es zeigt sich, dass er mindestens zweimal vor Ort den zukünftigen Standpunkt seiner Skulpturen in Augenschein nahm, einmal vor Auftragsvergabe und dann bei Lieferung. Es konnte auf diese Weise auf die in der jeweiligen Kirche vorherrschende Stilrichtung – Gotik, Renaissance, Barock oder Rokoko – Rücksicht nehmen. Betrachterstandpunkt, Lichteinfall und vieles mehr flossen in seine Figuren und Reliefs ein, so dass sie kein störendes Beiwerk wurden, sondern im Gegenteil durch ihre Menschlichkeit und Authentizität einen bleibenden Eindruck hinterlassen also nicht nur die Zeitgenossen Buschers überzeugt hatten, sondern auch heute noch die Andacht der Gläubigen als Mittler vor Gott unterstützen.

Die Anmut, das Mitleid, Schmerz und Trost der damaligen Zeit spiegeln sich in den Gesichtern wider – und sind auch für unsere Tage toppmodern!

Es macht bei jedem seiner Werke Freude, das Genie Thomas Buscher wieder auf’s Neue zu entdecken.